COO – Bedeutung, Aufgaben und Verhältnis zum CEO

Große Unternehmen und Konzerne übertragen wichtige Entscheidungen an einen COO. Im Folgenden erfahren Sie, was sich hinter einem COO verbirgt, welche Bedeutung er für ein Unternehmen hat und welches Aufgabengebiet er übernimmt. Abschließend informieren wir Sie über die Unterschiede und die Abhängigkeiten, die zwischen einem COO und einem CEO bestehen.

Was ist ein COO?

COO ist die Abkürzung für Chief Operating Officer. Ein COO wird mit einer geringeren Entscheidungskompetenz ausgestattet als ein CEO. Mit dem CEO ist der Chief Executive Officer gemeint.

Der COO unterscheidet sich von dem CEO in einem wesentlichen Punkt. Dieser hat praktisch die Stellung eines geschäftsführenden Mitarbeiters inne. Dies bedeutet, dass der COO an die Weisungen des CEO gebunden ist. Neben den Unterschieden, die zwischen diesen beiden Berufsbildern bestehen, ergibt sich auch ein enges Abhängigkeitsverhältnis.

Welche Aufgaben ein COO konkret übernimmt, liegt in vielen Fällen daran, in welcher Branche das Unternehmen tätig ist. In einem Dienstleistungsunternehmen fällt ihm z. B. die Rolle des Personalchefs inne. In einem Fertigungsunternehmen wird er von dem CEO mit der Aufgabe betraut, die Produktion zu überwachen und alle Maßnahmen zu ergreifen, damit die Produktionsprozesse störungsfrei ablaufen können.

Fakt ist, dass sich mit der Besetzung einer Stelle der COO die Hierarchiestruktur in einem Unternehmen verändert. Soll der COO z. B. Leiter der Vertriebsabteilung oder Personalchef werden, muss der CEO ihn mit einer bestimmten Kompetenz ausstatten. Kann ein COO in seinem Bereich keine wichtigen Entscheidungen treffen, wird es ihm schwerfallen, sein Aufgabengebiet kompetent auszufüllen.

Welche Bedeutung hat der COO für ein Unternehmen?

Die Rolle des COO unterzieht sich in den letzten zwanzig Jahre einem ständigen Wandel. Anfang der 2000er-Jahre besetzten noch rund der Hälfte aller großen Unternehmen und Konzerne die Stelle des COO. Laut der Studie einer bekannten Headhunter-Agentur sind es heute gerade mal noch 30 % der Unternehmen, die die wichtigsten Unternehmensentscheidungen einem COO überlassen.

Die Unternehmen, die weiter auf die Fähigkeiten eines COO setzen, finden sich überwiegend in der Dienstleistungsbranche. Wer dagegen im Technologiesektor oder in der industriellen Fertigung ansässig ist, vertraut heute eher auf die Fertigkeiten eines CEO, der das Aufgabengebiet eines COO ausfüllt. Hier ist die Stellung des COO obsolet geworden.

Ebenso ist die Stelle eines COO auch von der Einstellung des CEO zu diesem Berufsbild abhängig. Möchte der CEO in seinem Unternehmen eine flache Hierarchiestruktur aufbauen, hat er auch zu dem untersten Mitarbeiter einen engen Kontakt. Einen COO braucht er in diesem Fall nicht. Die Besetzung der Stelle eines COO hängt überdies von den folgenden Faktoren ab:

  • Möchte der CEO das Tagesgeschäft selbst leiten oder an einen COO übertragen?
  • Sollen alle Entscheidungen von einer zentralen Stelle ausgegeben werden oder möchte das Unternehmen eine zusätzliche Kommunikationsebene installieren?

Das Aufgabengebiet eines COO

Das Aufgabengebiet eines COO bestimmt sich in erster Linie danach, in welcher Branche der COO tätig ist. Nachfolgend werden aber einige Tätigkeitsfelder aufgeführt, die jeder COO mehr oder weniger zusätzlich übernimmt:

Dem CEO steht die Leitung des gesamten Unternehmens zu. Er kann einen COO als Überwachungsorgan für das operative Tagesgeschäft installieren. Um diese Tätigkeit auszufüllen, entwickelt der COO Unternehmensstrategien und Geschäftspläne, mit denen er den innerbetrieblichen Ablauf regelt.

Der COO pflegt einen engeren Kontakt zu den Mitarbeitern als der CEO. Durch diese Entlastung kann ein CEO sich auf andere wichtige Unternehmensentscheidungen konzentrieren. In dieser Eigenschaft übernimmt der COO die Aufgabe, die Belegschaft über die von ihm entwickelten Unternehmensstrategien und Geschäftspläne zu informieren. Außerdem obliegt es ihm, die Mitarbeiter zu fördern und ihnen zu Zugang zu wichtigen Fortbildungsmaßnahmen zu ebnen.

Neben der Einstellung und der Kündigung von Mitarbeitern organisiert der COO auch die anderen Bereiche des Personalmanagements.

Weiterhin steht der COO in einem engen Kontakt zum CEO. Er informiert ihn über das aktuelle Tagesgeschäft oder den Ausgang eines Projekts, das von ihm in Gang gebracht wurde. Welche Dinge der COO mit dem CEO besprechen möchte, liegt in der Verantwortung des COO. Dabei sollte er den Fokus auf das Wesentliche legen. So bleibt dem CEO ausreichend Zeit, um die Geschicke des Unternehmens zu lenken.

COO und CEO – Unterschiede und Abhängigkeiten

Die Stelle eines COO unterscheidet sich von dem Aufgabengebiet eines CEO.

Die oberste Verantwortung hat der Chief Executive Officer. Er hat die Stellung eines Geschäftsführers oder Vorstandsvorsitzenden inne, der das Unternehmen im Innen- und Außenverhältnis vertritt. Er ist für den wirtschaftlichen Erfolg und eine gute Positionierung am Markt verantwortlich. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, trifft der CEO wichtige Entscheidungen, die sich auf alle innerbetrieblichen Abläufe erstrecken. Einerseits muss er alle Maßnahmen ergreifen, die den Umsatz steigern. Anderseits obliegt ihm die Kontrolle der Kosten, die in der Produktion oder in den anderen Bereichen des Unternehmens aufgewendet werden müssen. Entsprechend seiner Tätigkeit muss ein CEO besondere fachliche und persönliche Fähigkeiten haben. Ein großes Verantwortungsbewusstsein kennzeichnet sich hierbei auch dadurch, dass der CEO in kritischen Situationen die richtigen Entscheidungen trifft.

Der COO übernimmt die Stellung eines leitenden Angestellten, der für die operative Ausrichtung zuständig ist. Seine Tätigkeiten beziehen sich insbesondere auf die Qualitätssicherung bei der Produktion und in den anderen Unternehmenssegmenten. Im Unterschied zum CEO ist ein COO mit einer geringeren Entscheidungsinstanz ausgestattet. Er trägt in erster Linie die Verantwortung, dass die Entscheidungen des CEO umgesetzt werden und alle innerbetrieblichen Prozesse einwandfrei funktionieren. Ein COO kann auch als Personalchef fungieren. In diesem Fall stattet der CEO ihn mit einer begrenzten Entscheidungskompetenz aus, die sich auf die Einstellung und Kündigung von Mitarbeitern erstreckt.

Trotz der weitreichenden Unterschiede, die die Stellung des CEO und des COO ausmachen, besteht zwischen diesen beiden Personen ein großes Abhängigkeitsverhältnis. Sind in einem Unternehmen beide Positionen besetzt, ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen COO und CEO die beste Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Herrscht zwischen den beiden Unstimmigkeit und Missstimmung, übertragen sich die Differenzen schnell auf die gesamte Belegschaft. Dies führt früher oder später zu einem deutlichen Leistungsabfall des gesamten Unternehmens. Besteht zwischen den beiden ein gutes Verhältnis, steht einer vertrauensvollen Mitarbeit nichts im Wege. Die zunehmende Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter hat zur Folge, dass die Umsätze steigen.

Zusammenfassung

COO ist die Kurzform für Chief Operating Officer. Eine Person, die diese Stellung innehat, ist mit einer eingeschränkten Entscheidungskompetenz ausgestattet. Der COO untersteht aber den Weisungen des CEO. Dieses ist der Geschäftsführer oder der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens.

Ein COO kann von dem CEO mit wichtigen Aufgaben betraut werden. Hierzu zählen z. B. die Verantwortung für das Personalmanagement oder die Entwicklung von Unternehmensstrategien und Geschäftsplänen. Wegen der engen Zusammenarbeit ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen CEO und COO die beste Voraussetzung für ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen. Missverhältnisse führen dagegen schnell dazu, dass die Umsätze zurückgehen.

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